Spielerschutz

Für die meisten Menschen ist Glücksspiel eine unterhaltsame Beschäftigung, die für Spaß und Spannung sorgt. Viele kaufen sich ein paar Lose auf der Kirmes, spielen ab und zu Lotto oder gehen mit Kumpels in die Spielothek. Andere bevorzugen Online Glücksspiel und wetten dort auf ihre Favoriten beim Fußball oder gehen ins Casino, um an den Slots und den Spieltischen ihr Glück zu versuchen. Das alles stellt für die meisten keinerlei Probleme dar.

Es gibt jedoch einen sehr kleinen Prozentsatz, der suchtgefährdet ist. Diesen gilt es zu erkennen und zu beschützen. Der Prozess zur Spielsucht ist ein schleichender Prozess und selbst für Personen im Familienkreis schwer zu erkennen.

Viele Spieler selbst merken es nicht, wenn sie in diese abgleiten. Um die Kontrolle zu behalten, gibt es verschiedene Vorbeugemaßnahmen und Schutzmechanismen, welche von den Spielern direkt aktiviert werden können oder auch von den Casinos angeboten werden. Wenn um den Spielerschutz geht sind aber alle, selbst alle Personen im unmittelbaren Umfeld gefragt und gefordert, um dabei zu helfen aktiv gefährdeten Personen zu helfen oder beizustehen.

Was ist Spielsucht?

Der Grat zwischen intensiven Spielen, zu viel Spielen und Spielsucht ist sehr schmal. Spätestens wenn der Drang zum Spielen die Lebensführung beeinflusst. Betroffene Spieler verlieren langsam und schrittweise die Kontrolle. Dabei haben viele die Fähigkeit ihre Probleme vor ihrem Umfeld geheim zu halten. Manche schaffen dies so lang, bis Haus und Hof verspielt ist, es Probleme am Arbeitsplatz gibt und Beziehungen auseinanderbrechen.

Spielsucht ist von der Weltgesundheitsorganisation schon seit 1992 als Krankheit anerkannt. Seit Beginn dieses Jahrtausends können Krankenkassen in Deutschland die Kosten für Behandlungen übernehmen. Bevor es jedoch hierzu kommen kann, muss die Spielsucht allerdings erkannt werden. Oftmals ist es so, dass die Betroffenen das Problem noch gar nicht wahrnehmen oder eventuell verdrängen und verheimlichen, da es ihnen peinlich ist.

Ehrliche Selbsteinschätzung

Spielerschutz beginnt mit dem eigenen Schutz. Hierbei ist es wichtig ehrlich zu sich selbst zu sein. Es ist manchmal nicht einfach sich selbst den Spiegel vorzuhalten und vor der eigenen Türe zu kehren. Auf der anderen Seite ist das der erste Schritt und die wichtigste Aktion beim Erkennen und Verhindern von Spielsucht.

Wir empfehlen jedem leidenschaftlichen Spieler, sich die folgende Liste gut durchzulesen und vielleicht sogar auszudrucken. Damit fällt es leichter, das eigene Verhalten regelmäßig zu überprüfen. Anderenfalls kann es sein, dass Sei folgende Liste einfach nur in wenigen Sekunden überfliegen, anstatt sich die einzelnen Punkte genau durchzulesen und zu überdenken.

  1. Sind sie vom Glücksspiel sehr stark eingenommen und denken auch in Situationen, in denen Sie sich auf etwas anderes konzentrieren sollten, daran?
  2. Haben Sie Schuldgefühle bezüglich der Geldbeträge, die Sie für Glücksspiel aufwenden?
  3. Fällt es Ihnen schwer, das Spiel nach einem Verlust zu beenden?
  4. Spielen Sie zum Spaß oder zur Ablenkung. um private Probleme zu lösen oder negative Stimmungen zu bewältigen
  5. Benötigen Sie immer höhere Geldeinsätzen, um die gewünschte Spannung und den gewollten Nervenkitzen erreichen.
  6. Fühlen Sie sich müde und ausgelaugt und spielen aber dennoch weiter?
  7. Sagen Sie Termine, wie Sporttraining oder ein gemütliches Beisammensein mit Freunden manchmal ab, um zu spielen?
  8. Versuchen sie Verluste durch intensiveres Spielen und höheren Einsätzen ausgleichen?
  9. Setzen Sie mehr Geld ein, als Sie eigentlich wollten oder sogar zur Verfügung haben oder leihen Sie sich Geld, um zu spielen?
  10. Verursacht Ihr Glücksspiel finanzielle Schwierigkeiten für Sie oder gar Ihren gesamten Haushalt?
  11. Fühlen Sie sich unruhig, wenn Sie nicht spielen?
  12. Beeinträchtigt das Glücksspiel Ihre persönlichen Beziehungen, Ihre Arbeit oder Ihre Studien?
  13. Haben Sie Schuldgefühle bezüglich der Geldbeträge, die Sie für Glücksspiel aufwenden?
  14. Leiden Sie häufig unter Unruhe, Stimmungsschwankungen oder anderen gesundheitlichen Problemen?
  15. Haben Sie Schuldgefühle bezüglich der Geldbeträge, die Sie für Glücksspiel aufwenden?

Wir wollen Sie an dieser Stelle erneut darauf hinweisen, dass Sie sich für jede Antwort Zeit nehmen und vor allem ehrlich zu sich selbst sein müssen. „Ich bin nicht zum Training, weil es kalt war und geregnet hat. Dann habe ich ein bisschen an den Automaten gespielt“ ist zum Beispiel ein „JA“ auf die Frage 7.

Wenn Sie auf eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ geantwortet haben, sollten Sie nicht weiter nach Entschuldigungen suchen, sondern eher ein offenes Gespräch mit Menschen führen, die Ihnen nahestehen.

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Verantwortungsvolles Spielen

Verantwortungsvolles Glücksspiel ist das Genießen von Casino-Angeboten, ohne dass das alltägliche Leben des Spielers beeinflusst wird oder gar Schaden nimmt. Das beginnt ganz vorne mit der Akzeptanz des Umstandes, dass Glücksspiel zur Sucht führen kann. Viele Spieler wissen das zwar, nehmen es aber nicht hundertprozentig ernst. Dazu kommt, dass man sich als verantwortungsvoller Spieler regelmäßig selbst auf mögliche Anzeichen von Spielsucht überprüft.

Entscheidend ist, dass der Spaß am Spiel im Vordergrund steht und nicht der Gewinn, oder sogar mögliche hohe Verluste. Wenn man das Gefühl hat, aus Zwang zu spielen, ist es besser, zunächst einmal eine Pause einzulegen.

Limits gehören zum verantwortungsbewussten Spielen

Die meisten Menschen setzen sich ihre eigenen Limits, Allerdings kommt es eben auch vor, dass man im Eifer des Gefechts über das Limit hinaus geht. Das sollte aber nicht häufiger oder in kürzeren Abständen geschehen, da man sich hier schnell in einen gefährlichen Bereich begibt. Die Prävention der Spielsucht beginnt immer mit einem selbst.

Viele Online Casinos haben für ihre Kunden eine ganze Reihe von nützlichen Werkzeugen installiert, um innerhalb der eigenen Grenzen zu spielen. Diese können individuell im eigenen Kundenbereich eingestellt werden:

Einzahlungslimit

Der erste mögliche Schritt ist es, die eigenen Einzahlungen auf dem Konto beim Casino einzuschränken. Das kann zum Beispiel ein wöchentliches oder monatliches Limit sein. Wichtig hierbei ist, dass Sie Ihr eigenes Limit nicht umgehen, sondern damit strikt sind. Entscheiden Sie vorher, wie hoch der Betrag ist, den Sie monatlich verschmerzen können, ohne dass Ihre Lebensqualität leiden muss. Falls Sie den gesamten Betrag verlieren sollten, müssen Sie bis zum Ablauf des eingestellten Limits warten, bis Sie Ihr Konto wieder aufladen können.

Verlustbeschränkung

Ein ähnliches Vorgehen können Sie bei Ihren Verlusten wählen. Wenn Sie einen bestimmten Betrag verloren haben, sollten Sie das Spiel unbedingt abbrechen. So vermeiden Sie weitere Verluste. Hierbei handelt es sich nebenbei bemerkt um eine Taktik, die auch viele professionelle Glücksspieler anwenden. Es geht also nicht immer nur um Spielsucht, sondern es handelt sich hierbei um eine solide Strategie, wenn man mit Glücksspiel Verluste vermeiden und Profite erzielen möchte. Das Gleiche gilt übrigens für Gewinne. Sie sollten sich einen Wunschgewinn setzen und das Spiel beenden, sobald dieser erreicht ist. Ansonsten erhöht sich die Gefahr, dass Sie Ihr hart erspieltes Geld schnell wieder verlieren.

Sitzungslimit

Es ist auf jeden Fall wichtig, sich bei der Zeit ebenso eine Begrenzung zu setzen. Das hat verschiedene Gründe. So vermeiden Sie es, Ihre gesamte Zeit für Glücksspiel aufwenden. Es bleibt noch genügend Zeit für andere Aktivitäten. Dazu kommt, dass Sie mit einem sinnvoll kalkulierten Zeitlimit Erschöpfung vermeiden können. Es ist hier auch hilfreich, dass Sie Zeitfenster vermeiden können, die besonders gefährlich sind. Wenn man zum Beispiel abends um 8 mit dem Spielen beginnt, dann ist die Chance sehr hoch, dass das Spiel bis spät in die Nacht fortgesetzt wird. Eine zeitliche Einschränkung je Sitzung kann dies verhindern.

Einsatzlimit

Wenn Sie hohe Verluste vermeiden möchten, ist es sinnvoll, sich ein Höchstlimit für die Einsätze festzulegen. Sie können sich dabei an den Mindesteinsätzen der Casinos orientieren. Falls Sie den Drang haben, den Einsatz stark zu erhöhen, sollten Ihre Alarmglocken angehen. Besonders wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen niedrige Einsätze nicht mehr das gleiche, aufregende Spielerlebnis ermöglichen, ist es an der Zeit, sich über Unterstützung zum Thema Spielsucht Gedanken zu machen. Wenn Sei Ihren maximalen Einsatz je Wette entsprechend limitieren behalten Sie die Kontrolle und tun ihrer Bankroll einen großen Gefallen.

Spielpause einlegen

Falls Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über Ihr Verhalten zu verlieren, sollten Sie eine längere Pause einlegen. Nach einer oder zwei Wochen können Sie einen vorsichtigen Versuch wagen, wie sich Ihr Verhalten geändert hat. Dazu kommt, dass gerade das Glücksspiel im Internet ein sehr isolierendes Erlebnis sein kann. Da ist es oftmals hilfreich, die eigenen vier Wände zu verlassen und sich ein wenig vom Umfeld inspirieren zu lassen. So können Sie Ihre Perspektive zurückgewinnen. Beobachten Sie sich bei ihrer Pause selbst. Haben Sie Spaß am leben oder denken Sie zu oft ans Spielen?

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Ausschluss vom Casino

Falls Sie sich als akut gefährdet sehen, Glücksspielsüchtig zu sein oder zu werden, dann können Sie sich auch selbst vom Glücksspiel ausschließen. Dazu können Sie sich an das jeweilige Casino wenden. Casinos sind gesetzlich dazu verpflichtet, einen Selbstausschluss ernst zu nehmen und die nötigen Schritte einzuleiten. Anschließend wird Ihr Konto gelöscht und Sie können kein neues mehr eröffnen, solange der Selbstausschluss besteht.

In manchen Ländern wie hier in Deutschland wird dieser Vorgang sogar zentral geregelt. Sie können also in keinem Casino mit deutscher Lizenz mehr spielen.  Bei internationalen Casinos ist das leider nicht so, und man muss sich bei den Anbietern individuell sperren lassen.

Hilfe bei Problemen mit dem Glücksspiel

Wer denkt, dass er Probleme hat, ist nicht auf sich allein gestellt. Laut einer Umfrage der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) galten im Jahr 2020 rund 200.000 Menschen in Deutschland als pathologisch Spielende, weitere 230.000 gelten als “problematischer Spieler”.

Anders als es noch vor einem Jahrzehnt üblich war, wird das Problem nicht mehr totgeschwiegen. Mittlerweile gibt es in Deutschland einige Organisationen und Stellen, an die man sich meistens anonym wenden kann, wenn man ein Gespräch und Hilfe benötigt. Dies ist oft einfacher als sich im Familien- oder Freundeskreis jemanden anzuvertrauen. Hier sind einige Stellen, an die Sie sich wenden können.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – BZgA:

Bei folgenden Hotlines bekommen Menschen mit Glücksspielproblemen und ihre Angehörigen anonym und kostenlos Hilfe von Suchtexpertinnen und Experten.

  • Telefon: 0800 077 66 11
  • Webseite: bzga.de

Auf der Webseite findet man auch verschiedene Beratungseinrichtungen und Selbsthilfegruppen deutschlandweit.

Check dein Spiel

problematisches Spielverhalten zu erkennen. Außerdem ist die Beratung für Spieler und Angehörige kostenfrei und anonym.

Die Seite bietet verschiedene Tests, Online-Beratung und Hilfe bei der Suche nach örtlichen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.

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Erkennen Sie gefährdete Personen

Die Familie und das private Umfeld sind ein wichtiger Faktor beim Spielerschutz und der Spielsuchtprävention. Falls Sie die Vermutung haben, dass ein Mensch aus Ihrem persönlichen Kreis ein problematisches Verhältnis mit Glücksspiel hat, können Sie die folgenden Indikatoren zurate ziehen.

Stimmung und Verhalten

  • die Arbeitsleistung ist beeinträchtigt
  • Veränderungen in der Persönlichkeit
  • Distanz und Kälte gegenüber Personen, die dem Spieler nahestehen
  • manipulatives Verhalten
  • Nervosität, Wut, Unruhe und Angst ohne ersichtlichen Grund
  • Nutzung von Drohungen und Lügen, um andere zu manipulieren
  • Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Frustration und Depression

Zeitgebundene Anzeichen

  • die Person braucht sehr lange, um einfache Aufgaben zu vollenden
  • Geheimnistuerei und unerklärte Abwesenheiten
  • wiederholtes Zuspätkommen
  • die Person nimmt viele Tage frei von der Arbeit, um zu spielen
  • zunehmende Zeit wird für Glücksspiel aufgewendet

Finanzielle Zeichen

  • Unbezahlte Rechnungen
  • die Person borgt regelmäßig Geld
  • zurückhaltend, wenn es um die eigenen finanziellen Abläufe geht
  • finanzielle Knappheit trotz eines regelmäßigen Gehalts
  • Mangel an Nahrungsmitteln in der Wohnung
  • Mehrere Darlehen zur selben Zeit
  • Geld fehlt unerklärlich im Geldbeutel oder Bankkonto
  • Haushaltsobjekte oder Wertgegenstände verschwinden plötzlich

Wenn Sie der Meinung sind, dass es in Ihrem Bekannten- oder Freundeskreis eine Person gibt, die eventuell Probleme mit dem Glücksspiel hat, schauen sie nicht weg. Auch wenn es sich hierbei um ein heikles Thema handelt, handelt es sich ebenso um einen Menschen, der Hilfe benötigt.

Dass es sich hierbei um ein sensitives Thema dreht, steht außer Frage. Deshalb sollte man auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Die oben genannten Organisationen sind auch hier die besten Anlaufstellen, wenn sie eine Vermutung haben, aber keine Ahnung, wie Sie die Sache angehen wollen.

Spielerschutz geht uns alle an. Auch wenn es nur einen sehr kleinen Teil der Spieler betrifft, muss alles dafür getan werden, diese rechtzeitig zu erkennen, Präventivmaßnahmen bereitzustellen und bei Bedarf helfend zur Seite zu stehen.

Online Casinos machen Spaß und kann sicher und verantwortungsbewusst von Statten gehen. Wenn der Spaß aufhört, muss auch mit dem Spielen Schluss sein!